Als ich mir sicher war, dass ich mir die Master Chief Rüstung mit Hilfe von Pepakura bauen wollte, musste ich mir erstmal ein Opfer zum Üben aussuchen. Wer mein letzten Beitrag bereits gelesen hat weiß, es ist die M6D Pistole aus Halo. Das ganze Ding umfasst acht Seiten mit Linien, Pünktchen, Strichen und Zahlen. Hier mal eine davon:Seite

Als Erstes musste ich natürlich herausfinden was die verschiedenen Markierungen eigentlich bedeuten. Kurz gegoogelt und voilà es handelt sich um Mountain Folds, Valley Folds und Cut Lines. Die Zahlen markieren was zusammengehört. Also, dann ist ja alles klar. Nicht wahr?

Tipp: Keine Zahlen zu sehen? Im Programm: 2D Menu -> Show Edge ID

Die Linien

Linien
Durchgezogene Linien sind einfach. Da wird das gute Stück ausgeschnitten.
Bei den Valley Folds handelt es sich um Falten die man zu sich Faltet sodass eine Art Tal entsteht, woher auch der Name kommt. Bei den sogenannten Mountain Folds handelt es sich um Linien die nach dem Falten mehr oder weniger wie ein Berg aussehen sollen. Klingt soweit logisch, aber man muss es sich am Anfang eben doch merken, was eigentlich was ist.
Folds

Das Papier

Nun könnte man ausdrucken und loslegen doch halt! Eine wichtige Sache muss noch beachtet werden, nämlich auf was gedruckt werden sollte. Ganz normales Druckpapier ist zu dünn und viel zu weich daher sollte man dickeres Papier nehmen. Ich habe Papier mit einem Gewicht von 190 g/m^2 genommen. Es ist nämlich dick genug, damit das ganze gut hält und dünn genug um mit kleineren Details gut arbeiten zu können. Außerdem lässt sich darauf problemlos drucken. Natürlich kann man auch etwas Dickeres oder dünneres Papier nehmen aber 200 g/m^2 ist ein guter Richtwert.

Die Ausrüstung 

dav
Ich habe mit ganz einfachen Mitteln gearbeitet. Eine stinknormale Schere, Universalkleber, Lineal, Schneidebrett und das einzige was vielleicht nicht jeder zu Hause hat, ein Skalpell. Allerdings sollte man Tücher, um Kleber abzuwischen und Zeitungen zum darunterlegen nicht vergessen. So vermeidet man Sauerei.

Das Schneiden

nun kommen wir zu der eigentlichen Arbeit. Nachdem ich es ausgedruckt habe wollte ich natürlich sofort loslegen. Ich hatte zwar gelesen, dass man ein Skalpell oder ähnliches benutzen sollte um genauer schneiden zu können, aber ich dachte es würde doch auch mit einer normalen Schere gehen. Nun es geht, aber es geht nicht so gut. Vor allem bei kleineren Details ist es mit der Schere dann doch gar nicht so einfach. Also habe ich mir ein Skalpell zugelegt und damit geht es wirklich viel besser. So kann man entlang dem Lineal sehr schnell und auch sehr Präzise schneiden, denn umso sauberer die Schnitte, desto einfacher ist später das zusammenkleben.
Schneiden

Wie das Bild vermuten lässt ist die ganze Prozedur ein ganzes Stück Arbeit und hat mir einige Stunden Zeit gekostet. Ich wollte eigentlich alles an einem Tag ausschneiden, aber das war mir dann doch zu viel. Hier war dann noch das Problem, wo lässt man das ganze liegen? Denn nach dem alles ausgeschnitten ist, ist man noch lange nicht fertig. So habe ich alles ein paar Tage auf der Couch liegen lassen, da es alles schön nach Seiten sortiert war, was es viel einfacher machte die Teile, die ich brauchte zu finden. Hätte ich alles über den Haufen geworfen hätte alles noch länger gedauert. Das nächste Mal werde ich die Teile jeweils auf ein Blatt Papier legen und dann aufeinander Stapeln. Das sollte die Zwischenlagerung vereinfachen.

Das Falten

Falten
Beim Falten ist Genauigkeit ebenso sehr wichtig, denn die Falten bestimmen nachher die Form. Ich hatte überall gelesen, dass man mit einem Kugelschreiber die Linien durchdrücken sollte, bevor man faltet, denn nur so lässt es sich genau entlang der Linie falten. Ich fand es besser auch da mit dem Skalpell zu arbeiten, denn mit der Rückseite des Skalpells lässt sich das Papier auch sehr gut durchdrücken und man übermalt auch nicht die Linien, sodass man immer noch weiß, ob es sich um ein Valley oder Mountain Fold handelt.

Das Kleben

Jetzt kommen wir zu dem für mich interessantesten Teil. Kleben nach Zahlen. Denn das ist genau das was die Zahlen bedeuten, gleiche Zahlen klebt man zusammen. Trotzdem ist es hier ratsam den Pepakura Designer vor sich geöffnet zu haben. Da sieht man dann welche Teile zusammengehören und auf welcher Seite sich diese Befinden.

Tipp: Rechtsklick auf der 2D Ansicht -> Join/Disjoin Face
Das erlaubt das Zusammenfügen von Teilen. Es wird genau angezeigt, wo sich das Gegenstück befindet und so kann man sein Fortschritt ganz gut verfolgen, indem man die Teile, die man zusammengeklebt hat im Programm zusammenfügt.

Clip

Also gut kommen wir nun zu dem eigentlichen Kleben. Dazu habe ich meine Heißklebepistole aus dem Schrank gekramt und gleich losgelegt. Das Ergebnis war eine Sauerei. Die Heißkleberpistole, die ich habe ist leider nicht besonders qualitativ und lässt sich zwischendurch nicht abschalten, ohne den Stecker zu ziehen. So lief andauernd der Kleber raus und ich kam mit dem kleben nicht schnell genug hinterher weshalb ich die Teile im Kleber ertränken musste. Dadurch waren meine Hände voll mit Kleber und ich selbst total genervt. Also habe ich das mit dem Heißkleber aufgegeben und machte mit Universalkleber weiter, was im Vergleich zu vorhin erstaunlich gut funktionierte. Allerdings musste ich damit in Kauf nehmen, dass das Korrigieren viel schwieriger werden würde.

Nachdem ich alles zusammengeklebt hatte, musste ich feststellen, ich habe zu sehr geschlampt. Einiges war schief und der Handschutz(?) war komplett verdreht. So musste ich ein paar stellen wieder aufreißen und neu verkleben. Tja, hätte ich bloß mit Heißkleber gearbeitet

So ganz gerade ist die Pistole zwar nicht geworden aber das Endergebnis kann sich, wie ich finde, trotzdem sehen lassen.
Pistole1

Pistole2
Fazit:

Geduld ist eine Tugend! Wer keine Geduld hat, sollte sich vielleicht mit etwas Anderem beschäftigen. Vor allem das Schneiden empfand ich nach einer Weile als ziemlich anstrengend und vor allem bei so vielen kleinen Einzelteilen. Das Ganze hat mir aber trotzdem Spaß gemacht und es kamen auch ein paar Kindheitserinnerungen wieder hoch denn gebastelt hat als Kind doch wohl jeder gern?

Bevor ich mich an die Rüstung traue wollte ich eben üben und dafür war die Pistole, wie ich finde, ganz gut geeignet unter anderem WEIL es so viele Teile sind. Nächstes Mal wird es ganz sicher schneller und besser laufen, denn wir wissen doch alle: Übung macht den Meister!

Ich hoffe ich konnte damit vielleicht dem einen oder anderen helfen und freue mich auf Feedback. Also ab in die Kommentare damit!

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